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Eine Weinreise durch Apulien

Buongiorno, bella Italia! Vom Hannover Airport aus landen wir mit Eurowings in Brindisi. Die Sonne lacht. Der Himmel ist strahlend blau. Ausgangspunkt einer Genießer-Reise durch Apulien.– Text: Swantje Puin (tabasco. media)

Die Region Apulien, italienisch Puglia, liegt in Südostitalien. Am Absatz des Stiefels. Umgeben von einem der saubersten Meere Italiens. In dieser Gegend hebt sich steinerne Einsamkeit von üppig grünen Landschaften ab. Städtchen mit mittelalterlichen Kastellen und Kirchen von Klippenküsten und feinen Sandstränden. Dazu gehören die ausgezeichneten Weine und die Vielfalt an Wildkräutern, Gemüsesorten, Käsearten und Teigwaren. Das Olivenöl zählt zu den besten Italiens. Trattorien und Pensions­betriebe verwöhnen mit den kulinarischen Göttergaben.

Mit rund 107.000 Hektar Rebfläche und einer Jahreserzeugung von etwa 10 Millionen Hektolitern ist Apulien die drittgrößte Weinbauregion Italiens. Nach Venezien und Sizilien. Zahlreiche Winzer modernisierten in den vergangenen Jahren ihre Keller, um Qualitätsweine zu erzeugen. Es sind die teils kräftigen Meeresbrisen, die in diesem Terroir trotz der Hitze feinste Aromen hervor­bringen. Terroir, so nennt man die Gegend, die den Wein charakterisiert. Ein Zusammenspiel von Rebe, Boden, Klima und kulturellen Einflüssen.

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(© FabioFilzi/Getty Images)

Der Wein im Salento

Die Halbinsel Salento liegt zwischen dem Ionischen Meer und der Adria. Dort erzielen die Winzer mit der Sorte Negroamaro starke Resultate. Der kräftige Rotwein enthält reichhaltige Fruchtaromen von Schwarzer Johannisbeere und Kirsche. Genießer preisen zudem die Weinsorten Malvasia Nera und Primitivo an.

Etwa 20 Fahrminuten südlich vom Flughafen Brindisi begrüßt uns in der Landschaft des Salento das Tenute Al Bano. Das Weingut mit dem Hotel Felicità gehört dem Sänger Albano Carrisi. Bekannt durch das Schlagerduo Al Bano und Romina Power. Die romantischen alten Gemäuer befinden sich inmitten von m­editerraner Vegetation, Olivenbäumen und Weinbergen. Im Ristorante Don Carmelo verköstigen Gäste zu regionalen Spezialitäten Hausmarken wie den Primitivo Can­-tica IGT.

Lecce – Die barocke Stadt

Nach einem Sprung in den Pool geht es am nächsten Tag erfrischt weiter in die Stadt Lecce, genannt „Florenz des Südens“. Zu besichtigen ist die Kathedrale an der Piazza del Duomo, die herrliche Piazzetta dell’Addolorata und die Basilica di Santa Croce. Zwischendurch bieten Bars die regionalen Rustici leccesi aus Blätterteig, Tomaten und Mozzarella an.

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(© VAKSMANV/Getty Images)

Wer mag, gönnt sich dazu einen Salice Salentino. Der typische Rosé- oder Rotwein aus Lecce und Brindisi. Beide hergestellt zu 80 Prozent aus der Rebsorte Negroamaro. Der Rest ist ein Zusatz von Malvasia Nera di Brindisi oder Malvasia Nera di Lecce.

Der Wein in der Provinz Taranto

Die besten Primitivo-Weine gibt es rund um den Ort Manduria. Ihre fruchtig-würzigen, oft in Barriques ausgebauten Qualitäten sind unter Weinkennern ein Muss. 20 Kilometer entfernt von Lecce befindet sich seit 1665 die Weinkellerei Leone de Castris. Sie zählt zu den herausragenden Produzenten Apuliens. Eine Spezialität ist der Vila Santera Primitivo di Manduria DOC. Das eindringliche Bouquet mit Noten von Pflaumen, Brom­beeren und Kirschen wird unterstützt von Gewürznuancen wie Zimt, Ingwer und Vanille.

Five Roses, der erste italienische Rosé, wurde 1943 hier kreiert. Das Museo del Vino zeigt eindrucksvoll die Geschichte des apulischen Weines. Angekommen in Manduria, gönnen sich Design-Liebhaber eine Nacht im Schloss Vinilia Wine Ressort. Das Ristorante bietet Weinproben an, die mit den kunstvoll angerichteten Menüs eine umwerfende Sinnesfreude ergeben. Nach einer seligen Nacht geht es weiter durch die wunderschöne Wein- und Olivengegend.

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(© Thomas Grass/Getty Images)

Matera – Weltkulturhauptstadt 2019

Rund um das Jahr gibt es Feierlichkeiten und künstlerische Darbietungen. Als Kulisse dient die historische Stadt. Vor allem am Abend, wenn die Lichter angehen, bezaubert der atmosphärische Anblick. Bekannt ist Matera wegen seiner Höhlen, den Sassi. In ihnen lebten bis zu den 1950er-Jahren Menschen in ärmlichen Verhältnissen.

Einst sprach man von der Schande Italiens. 1993 ernannte die UNESCO die Sassi zum Welt­kulturerbe. Heute sind sie der ganze Stolz der Stadt. In den Felsgrotten befinden sich zudem stilvolle Hotels: Le Grotte della Civita ist eines. Perfekt für Paare auf der Suche nach etwas Besonderem.

Castel del Monte – Die Krone Apuliens

Ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe ist das Castel del Monte in Andria. 1240 erbaut von Kaiser Friedrich II. Die Burg fasziniert durch ihren achteckigen Grundriss und ihre achteckigen Türme. Besucher haben einen spektakulären Blick über das Murgiatal und die Adria.

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(© Westend61/Getty Images)

Rund um das Kastell trifft man in der Provinz Bari auf hochwertige Weine der Sorte Nero di Troia. Sie liefern rebsortenrein glänzende Resultate ab. Oder gehen als Cuvées mit Sangiovese und Montepulciano eine schöne Verbindung ein. Wer hier speisen und übernachten will, genießt den Sonnenuntergang auf der Veranda des Lama di Luna in Montegrosso. Umgeben von Olivenhainen und Weinstöcken. Die Bio­masseria stellt Sorten wie den Nero di Troia her.

Bari, Alberobello – und die Trulli

Bari ist die Hauptstadt Apuliens. Hier lohnt das Schlendern über die Hafenpromenade und durch das historische Stadtzentrum. Nicht versäumen sollte man die Enoteca Luigi De Pasquale. Eines der bestsortierten Weingeschäfte der Region. An der Küste entlang geht es zur Bucht Polignano a Mare. Nach einer Abkühlung im Meer begeistert der Ausflug zur Grotte di Castellana. Eine erstaun­liche Welt mit atemberaubenden Stalaktiten. 
Millionen Jahre alt.

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Die „Hauptstadt“ der Trulli: Alberobello. (© Dave G Kelly/Getty Images)

Unterwegs sieht man überall die Wahrzeichen Apuliens. Jetzt sind wir in Alberobello – der „Hauptstadt“ der Trulli: kleine, runde Häuser mit einem Dach wie eine Pudelmütze. Am Ortsrand decken wir uns mit dem fein gepressten Intini-Olivenöl ein, das internationale Preise erhielt. Übernachten lässt sich in einem Original-Trulli wie im Masseria Rosa Trulli Relais oder Agriturismo Masseria Cappuccini in Ostuni.

An der gesamten Küste Apuliens bezaubern schöne Sandstrände. Nur etwa 20 Kilometer nördlich von Brindisi liegen die einsamen Buchten des Meeresschutzgebietes Torre Guaceto oder der belebtere Lido Specchiolla. Überhaupt: Keines der hier beschriebenen Ziele ist weiter als zwei Stunden entfernt. Brindisi, ein perfekter Ausgangspunkt, um diese Region kennen und lieben zu lernen! Cin cin.

Kleine Weinkunde

Was bedeuten die Kürzel auf den italienischen Weinen?
DOCG Die hohe italienische Qualitätsstufe „Denomi­nazione di origine controllata e garantita“: „kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung“.
DOC Es folgt „Denominazione di origine controllata“, die „kontrollierte Ursprungsbezeichnung“.
DOP Mit der EU-Weinmarktordnung von 2009 wurden die Qualitätsstandards in allen EU-Ländern unter dem Label „geschützte Ursprungsbezeichnung“, also „Denominazione di origine protetta“, vereinheitlicht. DOCG und DOC werden seitdem unter dem Kürzel DOP zusammengefasst.
IGT steht für italienische Weine mit typischer geografischer Bezeichnung: „Indicazione geografica tipica“. Sie entsprechen rechtlich dem Landwein oder Vin de Pays.

Reiseblogger-Tipp

Francesca Romana Cordella
www.vinoservus.com

Die Hafenstadt Brindisi kennen Weinexperten als die Heimat der autochthonen Traube „Susumaniello“, aus der der gleichnamige Wein gewonnen wird. „Susumaniello“ heißt auch das Lokal in der Altstadt, in dem die Einwohner diesen Wein genießen.

Der Lokalbesitzer bietet apulische Primitivo- und Negroamaro-Weine an. Dazu passen die frischen Orecchiette-Nudeln und Taralli der Alimentari „Numeri Primi“. Einen Aperitivo mit Blick auf das Meer bietet die Weinbar „Numero Primo“ vom Weingut „Tenute Rubino“ – der Ort, um den Abend in Brindisi ausklingen zu lassen.

Bloggerin-Francesca Romana Cordella-Portrait
(© visualbrand.at)

Reisen von Hannover sind buchbar unter 0511 977-1111  oder www.haj.de


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