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Athen: Ein Schiff wird kommen

Sonne, Sagen und sensationelle Kulturschätze. Ein Gang durch die antiken Stätten oder die spannenden Museen, eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Lykabettus oder ein Bummel am Hafen von Piräus – mit rund 348 Sonnentagen im Jahr bietet Athen alles, was das Reiseherz begehrt. – Text: Mirjam Wickel (tabasco. media)

Der Hafen, die Schiffe und das Meer

Der Flughafen der 4-Millionen-Einwohner-Stadt liegt 27 Kilometer östlich vom Zentrum entfernt. Von hier aus ist die City bequem in 50 Minuten mit der Linie M3 zu erreichen. Wer statt über den Wolken über den Seeweg anreist, landet am Hafen von Piräus, sechs Kilometer vom Stadtkern in der Region Attika gelegen.

Piräus ist einer der größten Mittelmeerhäfen. Lohnenswert schon allein wegen der vielen modernen Fährschiffe und Luxusjachten. Mit seinen exzellenten Fischrestaurants und Tavernen wird er besonders zum Sonnenuntergang in eine stimmungsvolle Atmosphäre getaucht, wenn die Illuminationen die Stadt zum Leuchten bringen.

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Foto: fazon – stock.adobe.com

In Deutschland steigerte sich sein Bekanntheitsgrad Anfang der 60er-Jahre durch das Lied „Ein Schiff wird kommen“, in dem Lale Andersen als „Mädchen aus Piräus“ von ihrer Sehnsucht nach „dem einen Matrosen“ singt.

Übersetzt heißt Piräus „hinüberbringen“. Von hier aus bietet sich ein Bootstrip zu nahe liegenden Inseln wie Salamina, Hydra und die Trauminsel Agistri an. Auch an den schönsten Buchten und Stränden wie Varkiza, Saronida oder Porto Rafti lässt sich innerhalb einer Stunde Fahrtweg ausgiebig entspannen.

Athens 7.500 Jahre alte Geschichte

Der Sage nach erhielt die Stadt ihren Namen durch das Buhlen der Göttin Athene und des Meeresgottes Poseidon um die Gunst der Bewohner. Wer der Siedlung das schönste Geschenk machte, sollte Namenspatron werden.

Poseidon schenkte ihr eine Quelle, aus der jedoch nur Salzwasser sprudelte. Athene hingegen schenkte der Siedlung einen Olivenbaum. Dieser spendete Öl und Holz. Athene gewann und die Stadt wurde nach ihr benannt.

Wie kaum ein anderer Ort dieser Welt brachte Athen im Folgenden philosophische, politische und kulturelle Ideen zur Welt. Bis heute prägen sie unser europäisches Gedankengut. Denker wie Aristoteles und Sokrates suchten hier nach dem Sinn des Seins. Athen gilt als die Wiege der hellenistischen Kultur, der Olympischen Spiele und der Demokratie.

Letztere entstand als – attische – Demokratie im 5. Jahrhundert v. Chr. unter Perikles. Noch heute zeugen unzählige historische Stätten und Denkmäler von dieser spannenden Zeit.

Antike Schätze

Das Highlight ist die weltberühmte Akropolis mit beeindruckenden Bauwerken wie dem Parthenon, Erechtheion und dem Tempel der Athena Nike. Perikles ließ sie erbauen. Seither thront die imposante Tempelanlage, als Symbol für Demokratie und der Göttin Athene geweiht, hoch über der Stadt. 1986 wurde das Monument zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt und Athen zur ersten Kulturhauptstadt Europas.

Am Fuße des Berges befindet sich das bereits architektonisch sehenswerte Akropolis-Museum. Bei einem anschließenden Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt Plaka faszinieren weitere antike
Ruinen, Stadtvillen und Plätze mit Tavernen und Kafenia: Kaffeehäuser, in denen sich die Männer traditionell zum Tavlispiel treffen.

Richtung Osten geht es zum Tempel des Olympischen Zeus durch den prächtigen Nationalgarten und weiter zum Syntagma-Platz, einem beliebten Ausgangs- und Treffpunkt in Athen. Etliche Busse und Bahnen verkehren hier vor dem eindrucksvollen Parlament und einstigem Stadtschloss. Wer nun eine Shoppingtour einlegen will, startet am besten vom Syntagma-Platz aus in die Einkaufsstraße Ermou mit ihren vielen Boutiquen und Läden.

Geschichtsinteressierte erfahren mehr im Archäologischen Nationalmuseum. Es klärt über die verschiedensten Kulturen auf, die sich in Griechenland entwickelten, und beherbergt die wichtigsten Exponate der griechischen Antike. Weitere Schätze in Athen sind die Agora – ein Versammlungsplatz der Antike –, der Turm der Winde, die Kirche Panagia Gorgoepikoos, der Monastiraki-Platz und das Panathinaikos-Stadion, um nur einige zu nennen.

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Foto: iStock.com/Vasileios Economou

Neben der Akropolis bietet der rund 277 Meter hohe Hügel Lykabettus einen atemberaubenden Panoramablick über die Stadt. Hinauf kommt man mit einer Seilbahn, die täglich im 30-Minuten-Takt verkehrt.

Kunst, Kultur und Kulinarik

Einen Hochgenuss bildet zugleich Athens Kulinarik. Die Stadt ist voll von ausgezeichneten Restaurants, die den Gaumen mit regionalen Spezialitäten verwöhnen. Gerichte wie Gyros, Souvlaki und Dorade sind allseits beliebt, auch Vegetarier genießen reichlich Auswahl. Neben dem Hafen Piräus und der Altstadt Plaka ist der Stadtteil Psyrri bekannt für seine Cafés, Bars und Restaurants.

Wie Psyrri gehören das ehemalige Industrie- und heutige Ausgehviertel Thissío sowie das elegantere Kolonaki zu den erlebenswerten Treffpunkten der kreativen Szene. Wer die Nacht zum Tag machen will, ist hier bestens aufgehoben. Alternativen bieten klassische Abendveranstaltungen. Stimmungsvoll sind diese zum Beispiel im Amphitheater „Herodeion“ unter freiem Himmel.

Jährlich zwischen Mai und Oktober findet das „Athens Festival“ statt. Und an jedem Vollmond im August öffnen bis zwei Uhr morgens Museen und Galerien, um Live-Performances zu präsentieren.

Gen Abend geht es noch einmal ans Meer, um köstlich zu speisen und nach ein, zwei Gläsern griechischem Wein Lale Andersens Lied anzustimmen: „Ein Schiff wird kommen und meinen Traum erfüllen und meine Sehnsucht stillen …“. In Gedanken daran, hoffentlich bald zurückzukehren, um genau an diesem Fleckchen Erde zu stehen – im Hafen von Athen.

Athen ist wie ein riesiges Museum: Mit seiner Geschichte, seinen Göttern und Mythen ist es eine spannende Stadt, auch für Kinder.
Mein Tipp für einen gelungenen Familientag: Morgens auf der Akropolis starten und sie einmal umrunden, bevor es zu heiß und zu voll wird. Durch die Gassen der Plaka schlendern, vor allem durch den malerischen Teil Anafiotika. Am Syntagma-Platz den Soldaten der Präsidialgarde beim Wachwechsel zusehen, wie sie mit lang gestreckten Beinen, in Röcken
und Bommelschuhen eine aufwendige Choreografie zelebrieren. Nach der Zeremonie unbedingt ein Erinnerungsfoto schießen und anschließend im Nationalgarten, der grünen Oase Athens, entspannen.

-Ines Rewel

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