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Rasant in Rot

Wachwechsel bei der Flughafenfeuerwehr. Ein neuer Rettungswagen kommt zum Einsatz. Das leuchtend rote Gefährt stammt von der Firma Wiethmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeuge. Es ist brandneu. Ein Alleskönner auf sechs Rädern.

Andreas von Wick ist Sachgebietsverantwortlicher „Rettungsdienst“. Er hat den Kauf von Anfang an begleitet. Bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs ist er zufrieden: „Wir haben ein gutes Produkt gekauft,“ sagt er. Was den RTW so besonders macht? Da gerät er fast ins Schwärmen. „Es sind so viele Kleinigkeiten.“

Kleinigkeiten, auf die es ankommt. Denn sie sorgen für einen größtmöglichen Schutz der Patienten. Und machen den Rettern das Helfen leichter.

Ein Blickfang, der Leben rettet

Tagesleuchtrot – das ist die offizielle Bezeichnung seiner Farbe. Seine Rückseite des Rettungswagens ist mit Reflektoren ausgestattet. Er muss immer gut zu sehen sein. Zum Beispiel, wenn er Unfallstellen absichert. Oder wenn er als Teil des Löschzugs ausrückt. Dann fährt er immer ganz hinten.

Die Auswahl brauchte Zeit

Basis ist ein Sprinter von Mercedes Benz. Das Fahrgestell bringt 5 Tonnen auf die Waage. Dank 7-Gang-Automatikgetriebe und 160 PS kommt der RTW schnell in Bewegung.

Die Auswahl eines neuen Fahrzeugs erfordert große Sorgfalt. Die Anforderungen an das Fahrzeug müssen genau definiert werden. In diesem Fall hat es ein Jahr gedauert. „Die wichtigsten Kriterien bei der Anschaffung waren Schutz von Patienten und Arbeitsergonomie“, erklärt Andreas von Wick.

Schutz und Sicherheit

Im Notfall muss es schnellgehen. Ein Abbiegeassistent sorgt dafür, dass die Sanitäter auch in Kurven und toten Winkeln alles einsehen können. Das senkt das Unfallrisiko erheblich.

Dank einer Luftfederung kann man kann den RTW hinten absenken. So lässt sich die Trage mit dem Patienten leichter ein- und ausladen. Das automatische Einzugssystem lässt die Trage sanft in ihre Position gleiten.

Der RTW hat ein neues Beatmungsgerät an Bord. Es ist auch für Asthmatiker geeignet und erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen. Die Beleuchtung ist ebenfalls durchdacht: Das blaue Licht empfinden Patienten als angenehmer.

Alles griffbereit

Auch für die Helfer bietet der Rettungswagen einige Neuerungen. Für sie zählt vor allem eins: Ausrüstung muss schnell zur Hand sein.

Das EKG hat nun einen Doppelauszug: Man kann es im Innenraum aus dem Fach nehmen und direkt anschließen. Aber auch durch eine Klappe von außen, falls es zu einem Außeneinsatz kommt. So ist es immer schnell da, wo es gebraucht wird. Genauso wie die Kindernotfalltasche.

Durchdachte Details

Der Rettungs- und Evakuierungsstuhl befindet sich in einem extra dafür vorgesehenen Fach. Die Retter können ihn so schnell entnehmen und zum Einsatzort bringen. Und es gibt ein eigenes Fach für die Brandschutzkleidung. „Wir sind ja ein Teil des Löschzuges. Rückt der Löschzug aus, ist der Rettungswagen immer dabei. Brandschutzkleidung muss auch für die Sanitäter immer griffbereit sein.“, erklärt Andreas von Wick.

Noch bessere Kommunikation

Wird ein Patient befördert, fährt ein Sanitäter im Patientenraum mit. Dank einer Freisprecheinrichtung kann er nun mit dem Fahrer sprechen. Um im Ernstfall schnell wichtige Informationen auszutauschen.

Eine weitere Besonderheit verbirgt sich in der Fahrerkabine. „Wir müssen digital und analog zugleich funken, weil die Rettungsleitstelle in Hannover noch nicht digitalisiert ist.“ Dieser Hörer ist der erste in Niedersachsen, der beides kann. Er vereint zwei Funkgeräte.

Info: Rettungsdienst bei der Flughafenfeuerwehr

  • Auf der Feuerwache sind 62 Kolleginnen und Kollegen mindestens Rettungssanitäter.
  • 40 von ihnen fahren auf dem Rettungswagen mit.
  • Seit 2014 gibt es das Notfallsanitäter-Gesetz. Ab 2021 muss bei jedem Rettungseinsatz ein Notfallsanitäter dabei sein. Notfallsanitäter wird man durch eine dreijährige Ausbildung: er ist die höchstqualifizierte Fachkraft unter dem Notarzt.

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